Städt. Kath. Grundschule Weilenbrink 

Schuleingangsphase

Vorbemerkungen

Alle Kinder sind verschieden. Sie haben unterschiedliche Begabungen, jeweils andere Stärken und Schwächen. Ihre Entwicklung verläuft in ganz individuellen Zeitrastern und Wegen. Darauf müssen wir uns einstellen und jedes Kind dort abholen, wo es bezüglich seiner Entwicklungen und Neigungen steht. Dies geschieht durch Individualisierung und Differenzierung.

Dazu zählt, dass …

  • wir Kindern unterschiedlich viel Zeit zugestehen, um die beiden ersten Schuljahre zu durchlaufen,
  • nicht alle Kinder zur gleichen Zeit den gleichen Lernstoff bewältigen können und müssen,
  • man Kinder dort bestärkt und zusätzlich fördert, wo besondere Begabungen erkennbar sind,
  • man Kindern dort hilft, wo Schwierigkeiten deutlich werden
  • Kinder selbstständiges Lernen erlernen (Lernen des Lernens) und damit eine Schlüsselqualifikation in unserer sich schnell wandelnden Gesellschaft erwerben.

Ob Schulen diese Aufgaben bewältigen, indem sie jahrgangsübergreifende Klassen bilden oder bei der traditionellen Form der jahrgangsbezogenen Klassen bleiben, ob sie Mischformen wählen oder noch andere Lösungen finden, das bleibt ihnen überlassen. In unserer Schulkonferenz haben wir beschlossen, dass wir weiterhin bei jahrgangsbezogenen Klassen bleiben.

Die flexible Verweildauer

Ab dem Schuljahr 2005/2006 sind Zurückstellungen vom Schulbesuch nur noch aus medizinischen Gründen möglich. Somit muss damit gerechnet werden, dass wir vermehrt Kinder in der Schuleingangsphase antreffen, deren Schulfähigkeit noch nicht hinreichend entwickelt ist. Begleitend und grundlegend für Fördermaßnahmen und Beratung zur Verlängerung oder Verkürzung der Verweildauer sind die mehrmals im Schuljahr geplanten Lernstanddiagnosen, die erreichten Förderziele, laufende Beobachtungen und grundsätzlich die fortlaufende Einbindung und Information der Eltern.

Die Lehrerinnen der Schuleingangsphase planen in regelmäßigen wöchentlichen Sitzungen den Unterricht für die Jahrgangsstufe. Zu Absprachen in der Förderplanung werden Kolleginnen einbezogen, die in einer Lerngruppe unterrichten oder andere individuelle Fördermaßnahmen durchführen.

Längere Verweildauer: In den ersten Wochen können durch gezielte Beobachtungen sowie durch geeignete Verfahren zur Schuleingangsdiagnostik Kinder mit individuellen Besonderheiten ermittelt werden, d. h. Kinder die in einzelnen Bereichen besondere Förderung benötigen. Bei der Erstellung der Förderschwerpunkte werden gezielte Maßnahmen festgelegt. Dazu erfolgt ein Elterngespräch. Gelingt es durch die individuelle Förderung nicht, die Rückstände zu überwinden, so wird gemeinsam mit den Eltern die Entscheidung über ein weiteres Verweiljahr beschlossen.

Kürzere Verweildauer: Kinder, die in der Schuleingangsdiagnostik mit besonderen Fähigkeiten ermittelt werden, erhalten zunächst differenzierte Lernangebote, die sich an der höheren Jahrgangsstufe orientieren. Zeigt sich, dass das Kind mit diesen Aufgaben gut zurechtkommt und auch in seiner gesamten Entwicklung schon weit vorangeschritten ist, wird zunächst in einer Klassenkonferenz und dann im Elterngespräch über eine kürzere Verweildauer beraten. Bei schneller lernenden Schüler/innen unterstützen wir die Eltern durch Entscheidungshilfen für eine mögliche Verkürzung der Verweildauer in der Schuleingangsphase:

  • Kann das Kind auf Grund seiner Leistungsfähigkeit in den Fächern in der nächsthöheren Klasse mitarbeiten?
  • Wie beurteilen wir die Arbeitsweise, seine Initiative, sein Interesse?
  • Wie sehr sind Denkfähigkeit, Gedächtnis und Selbstkonzept ausgeprägt?
  • Ist die sozial/emotionale Kompetenz des Kindes für den Wechsel in eine andere Klassengemeinschaft ausgeprägt genug?

Eine Erleichterung der Entscheidung kann der probeweise Besuch des Kindes in der nächsthöheren Klasse sein.

 

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